Anton Feith – Orgeln für Westfalen

Foto von Orgelbauer Veith Zahlreiche Kirchenbesucher in Westfalen haben sicherlich schon den einen oder anderen Ton aus einer Orgel des bekannten Orgelbauers Anton Feith vernommen. Zusammen mit seinem Sohn, Anton Feith II., baute er rund 800 dieser gewaltigen Instrumente und prägte die Orgellandschaft Westfalens entscheidend mit. Zu den bekanntesten Werken des Vater-Sohn-Gespanns, deren Orgelbauunternehmen zu einem der bedeutendsten in ganz Deutschland zählte, gehört sicherlich die 1926 errichte Große Orgel im Dom zu Paderborn, die drittgrößte Kirchenorgel Deutschlands.

Der gebürtige Kölner Feith übernahm 1902 die Eggert Orgelbau-Anstalt im westfälischen Paderborn. Das traditionsreiche Unternehmen wurde von Georg Josias Eggert, der ursprünglich als Soldat nach Paderborn kam, gegründet. Im heutigen sog. „Adam-und-Eva-Haus“ widmete er sich neben der Tischlerei auch dem Orgelbau. Von 1840 an führte Karl Joseph Eggert das Unternehmen weiter, ehe schließlich sein Sohn Franz das Geschäft übernahm. Dieser war gesundheitlich jedoch so angeschlagen, dass es ihm zunehmend schwerer fiel den Betrieb zu leiten. Da Franz Eggert außerdem kinderlos blieb, gab es auch keinen direkten Nachfolger für den Familienbetrieb, der die Geschäfte hätte übernehmen können. Bereits im Alter von 53 Jahren übertrug er die Firma daher an Anton Feith.

Feith wurde 1872 als Sohn eines Kaufmanns in Köln geboren und erlernte nach dem Besuch des Gymnasiums bei Schlimbach in Würzburg das Orgelbauerhandwerk. Nach der Übernahme der Eggert Orgelbau-Anstalt errichte er 1906 eine große Fabrikationshalle, in der er seine Werke im Stil der Spätromantik schuf. Bis 1930 etwa 600 neue Orgeln. Übrigens unterzeichnete Feith noch bis ins Jahr 1907 hinein Verträge mit dem Namen „Franz Eggert Orgelbau-Anstalt“, was die Zuordnung seiner frühen Werke deutlich erschwert.

Nach dem Tod des Vaters im Jahre 1929 übernahm sein Sohn Anton Feith II. die Leitung des Unternehmens. Seine Ära ist vor allem von der Herrschaft der Nationalsozialisten und dem Wiederaufbau der Nachkriegszeit geprägt. Im Jahre 1939 musste der Betrieb, der zu diesem Zeitpunkt bereits 59 Angestellte hatte, vorübergehend geschlossen werden, da Feith II. zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Nach Kriegsende nahm er den Orgelbau 1946 wieder auf, zunächst jedoch nur mit wenigen Angestellten. Bedingt durch die katastrophalen Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs gab es allerdings – besonders in den größeren Städten – einen vermehrten Bedarf an Orgelneubauten, so dass der Betrieb schnell wieder eine ähnliche Größe wie vor Beginn des Krieges erreichte. Ein „Vater-Sohn-Projekt“ ist dabei die „Feith-Orgel“ im Paderborner Dom. Einst errichtet von Faith-Senior, baute Faith-Junior sie nach ihrer Zerstörung 1945 wieder auf.

Da Anton Feith II., genau wie Franz Eggert, kinderlos blieb, endet die Geschichte der bekannten Orgelbauer bereits nach der zweiten Generation. Siegfried Sauer übernahm 1973 den Betrieb von Feith und verlegte die Orgelbauwerkstatt von Paderborn nach Ottbergen im Kreis Höxter. Unter dem Namen „Westfälischer Orgelbau S. Sauer“ wird der Betrieb seit 1999 in einem neugegründeten Unternehmen fortgeführt. An die Tradition großer Orgelbauten anknüpfend, zeichnet sich Sauer u. a. für die neue Paderborner Domorgel oder die Orgel in St. Sophien in Hamburg verantwortlich.


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